Bürgermeister-Duell in der Mensa des JRG

Bürgermeister-Duell im JRG

Das Duell der Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Stadt Wedel ist vorbei. Mehr als 300 Wedeler BürgerInnen hatten sich auf den Weg in die neue Mensa des Johann-Rist-Gymnasiums gemacht. Es war ein spannender Abend besonders für die Bürgermeisterkandidaten. Der Moderator Jochen von Allwörden hat das Duell fair moderiert.

Es wurden Fragen zu fast allen Wedel betreffenden Themen gestellt.

Das Wedel-Schulauer Tageblatt berichtete:

„Der Dreikampf um das Wedeler Rathaus ist nach dem Rückzug von SPD-Kandidat Eckhard Frahm zum Duell geworden. So stritten am Mittwochabend Niels Schmidt und Claudia Wittburg – beide parteilos – in der Aula des Ristgymnasiums um die Gunst von zirka 300 potenziellen Wählern im Saal. Joachim von Allwörden, Vorstand des Städteverbands Schleswig-Holstein, moderierte die Veranstaltung kompetent.
Auf der einen Seite saß der Amtsinhaber: in Wedel geboren und aufgewachsen, kennt jeden Winkel des Rathauses. In der amerikanischen Politik würde man sagen: Der „Insider“. Schmidt gegenüber hatte „Outsider“ Wittburg Platz genommen. Weniger Erfahrung, dafür aber ein unverstellter Blick und keine Belastung durch bestehende Strukturen. Soweit die Theorie. In der Praxis bedeutete dies: mehr Zündstoff, zumindest im Vergleich zum zahmen ersten Abtasten Ende November im „mittendrin.“
Dem aktuellen Rathauschef warf Wittburg mangelnde Transparenz vor. Sie forderte: „Schluss mit der Klüngelwirtschaft“, sprach von einer „Klagekultur“ in der Stadt und sagte mit Blick auf die Fördermittel zur Kita-Finanzierung: „Es kann nicht sein, dass sich niemand darum kümmert, wenn der Kreis Geld abzweigt.“ Schmidt reagierte frostig: „Wenn Sie von Kungelei sprechen, beleidigen Sie nicht nur mich sondern auch meine Mitarbeiter – wir machen im Rathaus einen guten Job.“ Er forderte Wittburg auf, konkrete Beispiele zu nennen.
Die Kinderbetreuung in der Rolandstadt
Ein großes Thema: Die Kinderbetreuung in der Rolandstadt. Kein Wunder, schließlich war der Kampf gegen die steigenden Kosten für Eltern Wittburgs Anlass zur Kandidatur. Die Mutter zweier Kinder forderte erneut einen Elternbeitrag, der nicht höher sei als zehn Prozent des Nettoeinkommens. Finanzieren möchte die Kandidatin das Vorhaben durch einen besseren Einsatz von Landes- und Bundesmitteln. „Die Fördermittel steigen und die Gebühren werden trotzdem erhöht – wo kommt das Geld an?“, fragte Wittburg. Schmidt entgegnete: „Sie unterstellen immer, die Zuschüsse seien zur Entlastung der Eltern gedacht – dabei ächzen auch die Kommunen unter der Belastung durch die Kita-Finanzierung.“ Letztlich, so Schmidt, müsse die Gebührenhöhe auf Landesebene geklärt werden. Ohne entsprechende Unterstützung aus Kiel würde ein beitragsfreies Kita-Jahr die Stadt 2,6 Millionen Euro pro Jahr kosten. „Das können wir nicht finanzieren“, so der Bürgermeister.
Beim Thema Finanzen gab sich Wittburg ebenfalls angriffslustig, unterstrich ihre Erfahrung als gelernte Bankkauffrau. Sie machte Schmidt mit für den Anstieg der Schulden in der Rolandstadt verantwortlich. Es könne nicht sein, dass der Bürgermeister von den sinkenden Gewerbesteuereinnahmen überrascht worden sei. Um die Einnahmen der Stadt zu steigern, setze sie auf den Businesspark am Elbufer. Dem Schuldenvorwurf hielt Schmidt entgegen: „Die Haushaltssatzung ist das Hoheitsrecht des Rates.“ Der Verwaltungschef verwies an diesem Abend mehrfach auf die Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten seines Amts. Er fügte hinzu: „Wenn wir die Schulden durch laufende Verwaltungskosten angehäuft hätten, wäre ihr Vorwurf richtig. Wir haben aber investiert.“ In Sachen Verkehr sprach sich Schmidt grundsätzlich für Nordumfahrung und einen zweiten S-Bahn-Halt aus. Er machte aber die Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Projekte klar. Seine Herausforderin hofft, durch intensive Gespräche – zum Beispiel mit der Bahn – etwas bewegen zu können: „Ich bin Optimistin.““

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal an meine lieben Unterstützer wenden und mich bedanken. Sogar aus der KITA unserer Töchter kamen Erzieherinnen und drückten die Daumen vor Ort. Das bestärkt mich ungemein und gibt mir Kraft für den weiteren Wahlkampf.

Des Weiteren möchte ich gerne wissen, wie Herr Schmidt auf die Zahl kommt, dass die Stadt Wedel ein beitragsfreies Kita-Jahr 2,6 Millionen Euro pro Jahr kosten würde. Aus dem aktuellen Haushalt konnte ich diese Zahl jedenfalls nicht ableiten. Hier werde ich eine Anfrage an die Stadt Wedel stellen.

Zudem hier noch meine Erföffnungsrede und einige Bilder (von meinem Schwiegervater geschossen).

 Moderator Jochen von Allwörden, Unterstützung aus der KITA und Eröffnungsrede

Moderator Jochen von Allwörden, Unterstützung aus der KITA und Eröffnungsrede

Liebe Wedeler BürgerInnen,
vielen Dank für die Einladung heute Abend. Bei der kommenden Bürgermeisterwahl am 28. Februar 2016 geht es um nichts weniger als um die Zukunft unserer Stadt. Deswegen wünsche ich mir, dass möglichst viele die Chance ergreifen, ihre Stimmen zu nutzen. Wedel steht an einem Wendepunkt.
Ich möchte mit dazu beitragen, dass das Leben in Wedel besser wird und Wedels erste Bürgermeisterin werden.
Zu meiner Person: Ich bin 1980 geboren, ich habe eine jüngere Schwester, Grundschullehrerin, die mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Rheinland-Pfalz lebt. Meine beiden Eltern leben und arbeiten ebenfalls in Mainz. Hier habe ich auch mein Abitur abgelegt. Ich bin gelernte Bankkauffrau und studierte Medienwirtin und arbeite gern in meinem Beruf. In Mainz, wo ich lange zu Hause war, habe ich in der Verwaltung, unter anderem in der Abteilung Regionalförderung der Investitions- und Struktur Bank Rheinland-Pfalz gearbeitet. Hier war ich verantwortlich für die Vergabe von EU- und Landesmitteln in Form von Zuschüssen oder Darlehen in strukturschwachen Regionen. Darüber hinaus in der Verwendungsmittelnachweisprüfung. Durch das Studium der Medienwirtschaft in Wiesbaden habe ich mir nochmals neue berufliche Perspektiven geschaffen. Ich habe auch insgesamt längere Zeit im Ausland gelebt und konnte so für mich entscheiden, dass ich es in Deutschland, speziell in Wedel am schönsten finde. Seit 2008 arbeite ich in einer Hamburger Agentur im Projektmanagement in leitender Position.
Das zu meinem beruflichen Hintergrund. Und dann gibt es da meine Familie. 2006 habe ich meinen jetzigen Ehemann Oliver Wittburg kennengelernt. Durch Oliver, der in Wedel aufgewachsen ist, bin ich seitdem selbst in Wedel verankert. Oliver ist in Wedel zur Schule gegangen, hat im Anschluss Nautik studiert und ist bis zur Geburt unserer ersten Tochter bei Hamburg Süd als Wachoffizier zur See gefahren. Jetzt arbeitet er im maritimen Bereich als Produktmanager. 2012 ist unsere erste Tochter Frida geboren. Anfang 2013 haben wir uns in Wedel dann fest niedergelassen. Was besonders praktisch und schön ist, da die Großeltern und Geschwister quasi um die Ecke wohnen. 2014 kam unsere zweite Tochter Lila zur Welt und wir haben geheiratet. Mit unseren beiden Töchtern, Eltern, Omas, Schwägerin und Schwager
und Freunden fühlen wir uns in unserer neuen alten Heimat gut angekommen. Und was besonders spannend ist: laut Ahnenforschung kann man unsere Familie in Wedel bis 1726 zurückverfolgen. Zu meinen Interessen: derzeit sind die Hobbys meiner Kinder auch meine Hobbys: Turnen, Fahrrad fahren, Schwimmen und Tanzen. Letztes Jahr haben wir uns mit Freunden zusammen ein altes Segelboot gekauft, das wir jetzt restaurieren und seetauglich machen. Einen Liegeplatz haben wir hier in Wedel auch gefunden und wir freuen uns auf den Sommer.
Die Aufgaben eines Bürgermeisters sind sehr vielfältig. In erster Linie ist der Bürgermeister die vermittelnde und leitende Kraft zwischen den Bürgern, der Politik, und der Verwaltung. Und in dieser Funktion ist es mein oberstes Ziel mein ganzheitliches Handeln auf den Werten Vertrauen und Transparenz aufzubauen und diese Werte zu vermitteln.
Ich möchte das Vertrauen der Wedeler Bürger gewinnen und Sie ermutigen Demokratie und politische Selbstbestimmung wieder stärker zu leben und sich mehr einzubringen. Denn nur gemeinsam können wir in Wedel viel erreichen! Ich möchte die Anliegen meiner BürgerInnen ernst nehmen und allen BürgerInnen das Gefühl von Wertschätzung vermitteln. Meine Philosophie ist die einer transparenten und bürgernahen Verwaltung. Meine Entscheidungen sollen nachvollziehbar sein und offen kommuniziert werden.
Und ich möchte auch die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung transparent und nachvollziehbar für alle Wedeler machen und damit den Zusammenhalt in unserer Rolandstadt stärken!
Meine Vision von Wedel: familienfreundlich, transparent, wettbewerbsfähig.
Ich sehe die Familien als einen zentralen Anker der modernen Gesellschaft. Ein gutes Leben für Kinder und Eltern, Freunden und Großeltern ist mir eine Herzensangelegenheit. Insbesondere die Anliegen unserer Großeltern, der Senioren in Wedel, sind mir wichtig. Denn nur ein Austausch und gegenseitige Wertschätzung aller Generationen führt zu einem harmonischen Miteinander, von dem alle profitieren. Ich möchte, dass Familien entlastet und wertgeschätzt werden. Und ich möchte die Familie als einen ganzheitlichen Faktor für ein besseres Wedel betrachten.
In den strategischen Zielen der Stadt Wedel stehen Familien, und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz oben, denn man hat erkannt, wie wichtig dieser Faktor für eine starke Wirtschaft und eine starke Gesellschaft ist. Dennoch habe ich den Eindruck, dass man dieses Ziel von der Verwaltungsseite nur halbherzig verfolgt. Ich möchte gemeinsam mit den politischen Vertretern und dem Verwaltungsapparat für dieses Ziel eintreten.
DENN NUR:
1. Wenn Familien entlastet werden, stehen sie dem Arbeitsmarkt als motivierte Arbeitnehmer zur Verfügung und machen den Wirtschaftsstandort Wedel attraktiver.
2. Wenn Familien finanziell entlastet werden, steigert dies die Kaufkraft und den Konsum der Familien, die sich im besten Fall in Umsatzsteigerungen des Wedeler Einzelhandels niederschlägt.
3. Nur wenn Familien entlastet werden, kann eine gesunde und zukunftsfähige Sozialstruktur in Wedel entstehen.
Und darum möchte ich meiner Funktion als Bürgermeister die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Wedel deutlich verbessern und fördern.
– Ein transparentes, faires und familienfreundliches Gebührensystem.
– Keine weiteren Erhöhungen der Beiträge für die Kinderbetreuung in KITAs und Schulen.
– Ein flexibles Betreuungssystem, das die Qualität hoch hält. Die Wahlmöglichkeit zwischen Tagespflege und Kita gehört ebenso dazu, wie ein günstigeres Angebot für Früh- und Spätdienste.
– Transparenz in der Kita-Finanzierung und aller städtischen Aufgaben. Es darf nicht sein, dass Kitas erst Jahre später ihre Zuschussberechnungen erhalten oder Eltern monatelang auf die Berechnung ihrer Sozialstaffelanträge warten müssen. Und es darf nicht sein, dass Zuschüsse für Betriebskosten nicht offen
gelegt werden und sich niemand darum kümmert, wenn Gelder vom Kreis abgezweigt werden. Der Kitaausbau ist von Bund und Land gewollt, es wird mit hohen Summen gefördert, gerade um allen eine Teilhabe an frühkindlicher Bildung zu ermöglichen. In Wedel und im ganzen Kreis werden Familien systematisch belastet und nicht, wie vorgesehen entlastet. Und das liegt auch maßgeblich an einer INTRANSPARENZ in der Haushaltsgetaltung, der Gremienarbeit, der Kommunikation. Intransparenz ist schädlich für das vertrauensvolle Miteinander, für die städtische Haushaltskasse und für die Privathaushalte.
– Ich werde mich dafür einsetzen, dass es eine offenere Kommunikation zwischen Kitaträgern und Elternbeiräten gibt. So sollte es neben dem Jugend- und Seniorenbeirat etwa auch einen offiziellen ELTERNBEIRAT geben, der aus Kita- und Schuleltern besteht und der regelmäßig angehört wird. Die Gruppe der Familien mit kleinen Kindern ist im Rat und in den Gremien stark unterrepräsentiert. Nur so kann man schneller Probleme einfangen und bearbeiten und muss nicht erst warten, bis Eltern demonstrierend das Rathaus stürmen.
– Die Verbesserung von Mobilität in Wedel. Denn dieses ist ein Schlüsselfaktor, der jeden betrifft. Die Wege von Wohnung zur Kita, zur Schule, zum Arbeitsplatz sind lang und in Wedel zudem sehr stark frequentiert. Radwege sind nicht genug ausgebaut, die Busse fahren zu unregelmäßig, zu wenige Viertel an und zu selten. Die Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sind auch durch fehlende Park and Ride Möglichkeiten und unzureichende Schnittstellen stark eingeschränkt. Man ist in Wedel oft auf das Auto angewiesen.
Ich werde mich für ein neues Verkehrskonzept einsetzen und hier die Bedürfnisse sorgfältig prüfen. Hierzu gehören etwa eine zweite S-Bahn-Station in Wedel, ein regelmäßiger Shuttle zum Bahnhof Pinneberg, dichtere innerstädtische Busverbindung und Versorgung der Neubaugebiete (Schwartenkamp, Buchsbaumweg). Des Weiteren setze ich mich für sichere Schulwege ein. Die Situation ist in meinen Augen mehr als schlecht und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es einmal zu Unfällen kommt.
Auch die Firmen und Industrie in Wedel sind auf eine gute Infrastruktur angewiesen, die in vielen Fällen noch nicht gegeben ist. Dazu gehören Straßen aber eben auch der öffentliche Nahverkehr. Und es darf es nicht sein, dass Wedel allein die Kosten für einen Ausbau der Infrastruktur trägt. Hier muss man sich um ein Miteinander der Kommunen und der Öffentlichen Verkehrsbetriebe bemühen.
– Die Schaffung und Förderung von bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen ist für viele Wedeler und für mich die zentrale Aufgabe des neuen Bürgermeisters, der neuen Bürgermeisterin.
Und ich verspreche Ihnen allen: Als freie, parteilose Kandidatin, das Amt der Bürgermeisterin nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger auszuüben.
Ihre Claudia Wittburg

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